Von der KVB und einer dazu stets wiederkehrenden Beschwerde....

"Der Bus fuhr mal wieder zu früh/spät/überhaupt nicht"...

Ich glaube, nicht nur das Social Media Team der KVB kann das inzwischen schon singen. Auch beim persönlichen Kundendialog mit dem KVB-Vorstand, zu dem die KVB verschiedene Fahrgäste eingeladen hatte, war genau das das vorherrschende Thema. Geht's eigentlich noch?

Zunächst einmal ist natürlich klar, das verfrühte Abfahrten ein Fehler des Fahrpersonals sind, die bei Bekanntwerden vom Verkehrsbetrieb auch nicht toleriert werden. Doch wer selbst ohne Fehler ist, werfe bitte den ersten Stein.

Auf den Bahnen und Bussen sitzen Menschen, die genauso fehlerbehaftet sind, wie wir selbst. Wenn ich also meine Bahn oder meinen Bus sicher bekommen möchte, bin ich nicht erst zur Abfahrtszeit an der Haltestelle, sondern bereits einige Minuten vorher, denn so unglaublich das klingt, ich muss mit den Fehlern der Anderen rechnen, will ich nicht böse überrascht werden und selbst darunter leiden.

Bei Verspätungen sieht das noch anders aus, denn im urbanen Leben ist für eine Trennung der vielen Verkehrsträger einfach kein Raum und U-Bahnen sind derart teuer, dass sie nur in Ausnahmefällen wirklich einen Sinn ergeben.

Also müssen sich die Busse und Bahnen ihren Weg durch den Stadtverkehr bahnen und stehen oft genug im Stau. Der Fahrplan kennt diese Widrigkeiten natürlich alle nicht und so kommt es dadurch zwangsläufig zu Verspätungen. Dagegen gibt es auch einfach kein Kraut, das das verhindern könnte.

Fakt ist jedenfalls: Einen absolut pünktlichen städtischen Nahverkehr gibt es noch nicht einmal in der so hochgelobten Schweiz. Auch da gehören Betriebsstörungen und Verspätungen zum alltäglichen Geschäft. Wahrscheinlich aber auch genauso diese Leute, die meinen daran irgendetwas ändern zu können, wenn sie sich nur laut genug darüber beschweren. Ich frage da nur noch: "Hast Du irgendeine Idee, wie es besser gehen könnte?" In der Regel erhalte ich darauf keine oder zumindest keine verwertbare Antwort.

Wir können uns also sicher sein, dass die Mitarbeiter in den Verkehrsbetrieben diese Beschwerde auch künftig werden singen können.

16.7.16 06:03, kommentieren

Gedanken zum Massenmord mit LKW in Nizza

In Nizza war leider wieder ein Massenmörder unterwegs. Terror ist das jedoch nur, wenn wir Angst davor haben. Doch Hand aufs Herz: Solange das Risiko deutlich größer ist, in einen Unfall verwickelt zu werden und das nicht zu überleben, solange können mich diese fehlgeleiteten Menschen nicht Kirre machen. Die Sonne ging auch heute Morgen wieder über Nizza auf und diese Stadt lebt - bei all der Trauer über diese schändliche Tat - dennoch weiter. Nun so schnell wie möglich wieder zur Tagesordnung überzugehen und den Angehörigen der Opfer beizustehen, ist das Beste, was wir machen Können. Denn Terror ist das nur, wenn wir das in unseren Köpfen zulassen.

Mein Mitgefühl gilt auch dieser in die Irre geleiteten Seele, die diese Tat mit dem Höchsten bezahlt hat, was sie zu bieten hatte. Deshalb empfinde ich da keinen Hass und das ist auch gut so, denn der Hass ist es, der die Menschen entzweit und diese fehlgeleiteten Seelen produziert. Lasst uns deshalb nun nicht hassen, sondern trauern und uns dabei die Hände reichen, auf das eines Tages nicht der Hass, sondern Liebe den Lauf unseres Lebens bestimmt.

16.7.16 04:45, kommentieren

Volker Pispers und sein politisches Kabarett

Volker Pispers
Volker Pispers hält dem Volk seit Jahrzehnten den Spiegel vor und es sieht danach aus, als würde einfach niemand hineinschauen wollen. Stattdessen kommen noch irgendwelche Typen auf die völlig absurde Idee, ihn auch noch widerlegen zu wollen.

Doch Volker Pispers irrt sich selten und seine Schlüsse sind derart zwingend, dass man schon ein ziemlicher Ignorant sein muss, um das entkräften zu wollen.

Doch wie wir hier alle sehen, machen sich die Deutschen nur selten etwas aus seinen mahnenden Worten. Schlussendlich hat er es nun gelassen, denn Volker Pispers tritt nun nicht mehr auf und von der Bühne ab. Ist ja auch sinnlos, wenn das Publikum seine Worte immer nur als gute Jokes auffasst ohne zu bemerken, dass da einfach einer nur mit relativ knappen, aber immer gut gewählten, Worten die Wirklichkeit abbildet, unter der wir hier fast alle zu leiden haben.

Uns geht es fast allen noch zu gut und über die, die schon lange durch jedes soziale Netz gefallen sind, rümpfen wir auch noch die Nase. Wer richtig unten ist, der hat auch überhaupt keine Lobby mehr, darüber trampelt man dann einfach hinweg in dem irren Glauben, man könne eines Tages doch noch zu den Gewinnern gehören.

Wer Voölker Pispers noch nicht kennt, sollte einfach mal nach ihm googeln, denn sein Kabarett findet sich reichlich auf Youtube. Es lohnt sich..

1 Kommentar 16.7.16 04:00, kommentieren

Zum Putsch in der Türkei...

Warum nur wundert mich das überhaupt nicht? Die wirklich Mächtigen in der Türkei waren, schon seit ich mich erinnern kann, immer die Generäle. Immer wenn es eine Regierung übertrieben hat griffen sie ein und setzen die Regierung ab. Nachdem die Politik Erdogans nun immer undemokratischer und despotenhafter wurde, war das hier für mich nur noch eine Frage der Zeit, bis die Generäle diesem Treiben ein jähes Ende setzen. Keine Aufregung also, das ist dort alles völlig normal...

1 Kommentar 16.7.16 02:28, kommentieren

Volkabstimmung jetzt?

Auf Facebook fordert "Civil Petition" mal wieder "Volksabstimmungen".

https://www.facebook.com/CivilPetition/posts/1725034957785262

Dazu hier mein Kommentar:

Wo das dann hinführt, kann man nun wunderbar im Vereinigten Königreich bewundern. Erst Brexit und dann waren plötzlich die ganzen Campaigner verschwunden, die diesen gefordert haben. Rassisten fühlen sich plötzlich bestätigt und nach dem Brexit droht nun auch noch eine Abspaltung von Schottland und Nordirland.

"Wenn die EU stirbt, dann sprechen in Europa spätestens zehn Jahre später wieder die Waffen." Wir sehen gerade in England, wie leicht zerbrechlich das alles ist und längst keine Selbstverständlichkeit.

Und wenn ich dann überlege, dass in einer Volksabstimmung Pegidioten die gleiche Stimme haben, wie jeder andere auch, dann graust es mir vor der Vorstellung, dieses Volk könnte irgendwann einmal nennenswert die Politik unseres Landes bestimmen. Denn dazu fehlt es einfach an der dazu notwendigen Intelligenz und dem Wissen um was es eigentlich geht. Daher ganz klares Nein! Ein Kommentar, der meinte, dass uns bei einer Volksabstimmung zur Flüchtlingspolitik jede Menge Euros und Ärger erspart geblieben wären, veranlasste mich dann zum Schreiben folgender Zeilen

Flüchtlingspolitik, egal welcher Art und weise löst kein Flüchtlingsproblem. Ob nun offene oder geschlossene Grenzen, die Flüchtlinge kommen, denn sie haben keine andere Wahl, sonst würden sie nicht flüchten.

Was soll also da eine Volksabstimmung? Alles Andere, als humanitäre Hilfe verbietet sich von selbst, will man am nächsten Morgen noch aufrecht als Mensch in den Spiegel schauen. Hier hat unsere parlamentarische Demokratie bereits kolossal versagt. Doch wenn ich mir ansehe, was da erst im Volk los ist, dann wird mir erst richtig schlecht, denn Empathie ist bei Vielen leider völlige Fehlanzeige und nur weil wir die Flüchtlinge heute hier nicht mehr sehen, weil die Routen alle Dicht gemacht worden sind, deshalb geht das Leiden und das Elend dieser Menschen dennoch weiter. Alles was wir heute zustande bringen, ist wie ein Kleinkind die Hände vor das Gesicht zu halten und zu denken, dass man es nicht sieht, nur weil es selbst auch nichts sieht. Das nenne ich eine "Spitzenbasis" für einen Volksentscheid, der dann vor allem dem Heiligen Sankt Florian huldigt.

Mir fällt es ja heute schon schwer, noch in Spiegel zu schauen, wenn ich an die derzeit gelebte Flüchtlingspolitik in Europa denke. Und ich mache auch keinen Hehl daraus, dass ich von unserer Bundeskanzlerin überhaupt nichts halte, ich ihr aber immer noch jederzeit zustimme, als sie sagte: "Wir schaffen das!" Problem war daran eigentlich nur, dass die Bundesregierung danach nicht auch sofort gehandelt hat. Wenn ich das alles nur auf die Kommunen abwälze und nicht für Perspektiven sorge, dann darf ich mich nicht wundern, wenn der Schuss nach hinten los geht. Wenn ich die Menschen aufnehme, dann muss ich dafür auch den Raum schaffen und zwar so, dass kein Neid entsteht. Nichts dergleichen ist passiert, was nicht wundert, dank der allgemeinen neoliberalen Politik die Deutschland bereits seit den 80er Jahren im Würgegriff hält und seitdem nur Egoismus, Neid und Gier befördert. Das wiederum befördert dann den Nationalismus, denn irgendeinen Schuldigen muss es für das eigene Versagen ja geben.

Nachtrag: Verantwortlicher für die Organisation "Civil Petition" zeichnet Sven von Storch. Dabei handelt es sich um den Ehemann von Beatrix von Storch. Mehr sage ich dazu nicht, doch nun weiß man doch gleich, woher der Wind weht...

14.7.16 10:07, kommentieren